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Einsteiger in die Astrofotografie

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Einsteiger in die Astrofotografie

Beitragvon Adrian » 14.05.2016 20:47

Hallo zusammen, ich bin seit letztem Winter in Besitz eines Newton Skywatcher (150/750). Dies ist auch mein erstes "richtiges" Teleskop.
Ich konnte nun in diesem halben Jahr schon einige Erfahrungen sammeln (Mond, Mars, Jupiter, Saturn, Orion Nebel und die Whirlpool Galaxie), und so langsam möchte ich mich der Astrofotografie nähern. Dazu habe ich versucht, mich auf verschiedenen Seiten einzulesen. Allerdings ist das Thema doch irgendwie komplizierter als ich dachte :D

Könnt ihr mir helfen?
Ich habe eine Canon Eos 400D im Angebot. Was brauche ich f√ľr Zubeh√∂r, um mit dieser Kamera Fotos von Planeten und "einfachen" Deep-Sky Objekten zu machen?
Daf√ľr braucht ihr bestimmt auch noch Infos zum Teleskop an sich, oder?
Leider sind die Fotos die ich vom Teleskop gemacht habe zu groß, um sie hier anzuhängen.

Ich habe ein 9mm und ein 25mm Okular, eine terrestrial lens sowie eine 2x barlow linse (fully multi-coated) (wof√ľr ist die √ľberhaupt gut?). Das Model nennt sich "Reflector EQ3-2".
Reicht das an Infos?

Freundliche Gr√ľ√üe,
Adrian
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Re: Einsteiger in die Astrofotografie

Beitragvon Mick7 » 14.05.2016 21:38

Hallo Adrian

Ich selber habe ein Skywatcher 200/1000 und eine Canon EOS 700D.
Dazu habe ich mir einen T2 Ring Adapter gekauft. Nun kann ich mein Zoom Okular des Teleskopes an diesen Ring schrauben und dann bei der Kamera mit dem Bajonetverschluss einklinken. Was auch noch hilfreich ist, ist ein Fernauslöser da sonst die Bilder viel eher verwackeln.
Die Barlowlinse kannst du zwischen dein Teleskop und dein Okular setzen und dadurch verdoppelt sich die Vergrösserung. D.h. wenn du ohne Barlowlinse eine Vergrösserung von 50x hast, ist es mit Barlowlinse eine Vergrösserung von 100x.

Gruss Mick
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Re: Einsteiger in die Astrofotografie

Beitragvon Adrian » 15.05.2016 08:48

Vielen Dank schon mal :)

Muss ich beim Kauf eines T2-Ring Adapters was beachten? Der muss ja zu meinen Okularen passen, oder?
Habe ich das so richtig verstanden: Teleskop ganz "normal" aufbauen und den Adapter zwischen Kamera und Okular?
Kann ich durch die Kamera hindurch denn noch vern√ľnftig was sehen?
Adrian
 
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Re: Einsteiger in die Astrofotografie

Beitragvon Mick7 » 15.05.2016 12:24

Ich habe gesehen, dass es T2 Adapter f√ľr Canon und Nikon gibt, ich denke, dass da Canon und Nikon nicht den selben Objektivanschluss haben.
Ich habe meinen T2 Adapter bis anhin nur mit einem 1,25" Okular verwendet daher weiss ich nicht ob auch ein 2" Okular angeschlossen werden kann.
Von welchem Hersteller sind denn deine Okulare?
Die Okulare brauchen sicher ein Gewinde auf der Seite auf welcher man hineinschaut.
Teleskop-> Okular-> T2 Adapter-> Kamera
Die Verbindung von Teleskop zu Okular ist die wie immer anzubringem, das Okular auf den T2 Adapter schrauben und Adapter auf Kamera klicken.
Die Schwierigkeit ist dann wirklich das scharf stellen und Fokusieren. Da die meisten Objekte am Himmel zu dunkel sind habe ich dann mit einer hohen ISO Zahl scharf gestellt und dann ISO Zahl wieder reduziert um das Foto zu machen.
Was vielleicht auch noch ein Problem werden kann ist, dass evt deine EQ3 Montierung zu instabil f√ľr Fotos ist, ich hab n√§mlich manchmal auch bei meiner EQ5 Montierung noch Probleme mit dem verwackeln...

Gesendet von meinem D5803 mit Tapatalk
Mick7
 
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Re: Einsteiger in die Astrofotografie

Beitragvon Flip » 25.08.2016 10:49

Hallo Adrian
Kontrolliere erst Mal, ob deine beiden Okulare augenseitig √ľber ein Gewinde verf√ľgen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird dies nicht der Fall sein. √úbrigens nennt sich die Methode in der die Kamera durch das Okular hindurch fotografiert "Okularprojektion". √úber Vor- und Nachteile dieser Methode kannst Du viel im Web lesen.

Wenn Du also kein Schraubgewinde an den Okularen hast, musst Du mit dem T2-Adapter die Kamera direkt an den Okularauszug deines Teleskops schrauben. Hier musst Du sicherstellen, dass der T2-Adapter auch wirklich auf den Auszug passt. Meist wird hierf√ľr noch ein weiterer Adapter ben√∂tigt oder eben ein entsprechend passender T2-Adapter. Diese Methode nennt sich dann "fokale Projektion".

Das Scharfstellen ist in der Tat nicht ganz einfach. Such mal im Web nach dem Begriff "Bahtinov-Maske". Damit wird das Scharfstellen deutlich erleichtert.

Was die EQ3 angeht, die k√∂nnte wie Mick7 bereits erw√§hnt hat, etwas √ľberfordert sein. Das macht sich dann in verwackelten Bildern bemerkbar.

Generell empfehle ich Dir aber, Dich noch etwas mehr in die Thematik "Astrofotografie" einzulesen. Bspw. hier http://lexikon.astronomie.info/foto/serie/index.html
Schnell wirst Du sehen, dass es einiges zu beachten gibt. Die Astrofotografie erfordert viel √úbung und Know-How und gilt nicht umsonst als eine der Paradedisziplinen der Astronomie.

Gr√ľsse
Flip
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Re: Einsteiger in die Astrofotografie

Beitragvon rengel » 15.10.2016 13:09

Hallo Adrian,
auch hier mal etwas zur Astrofotografie
Fotos von was? Mond? Den kann man mit nahezu jedem Teleskop fotografieren. F√ľr 500 Euro geht das prima mit einem 6 oder 8" Newton in Dobsonbauweise.

Planeten? dazu braucht man sehr viel Brennweite, wenn da Oberfl√§chendetails dabei rauskommen sollen. Die DSLR Kamera ist daf√ľr aber nicht geeignet, da brauchts ne andere Kamera. Ne astrotaugliche Webcam. Aktuell w√§re das z.B. ne ALCCD5L-IIc. die kostet alleine schon mal 200 Euro. Dann ne Barlow-Linse, mit der die Brennweite erh√∂ht wird. Kostet ca. 100 Euro aufw√§rts. Dann brauchst nen Laptop, um das Bild der Kamera zu sehen und scharfzustellen, weil die Webcam keinen Speicher hat, auf den Bilder geschrieben werden k√∂nnen und keinen eigenen Bildschirm...

Vern√ľnftig Montiert mu√ü das Teleskop auch sein. Also parallaktisch. Mit Motoren und Steuerung. Das alleine kostet schon mal 800 Euro aufw√§rts. 6" Teleskop√∂ffnung ist ein guter Kompromi√ü bezogen auf die Leistungsf√§higkeit des Teleskops und dem Gewicht, was die Montierung tragen k√∂nnen mu√ü. So ein Teleskop ist dann √ľblicherweise ein Maksutov-Teleskop oder ein Schmidt-Cassegrain. Kostet √ľbern Daumen gepeilt 500-600 Euro. Diese Teleskope sind aber Spezialisten f√ľr kleine Objekte am Himmel, ausgedehnte Objekte machen mit diesen Spezialisten keinen Spa√ü, weil man nur einen Ausschnitt vom Objekt sieht und es somit √ľberhaupt nicht bemerkt im Okular. Planetenvideos brauchen ein Budget von ca. 1500 - 1800 Euro.

Alles andere (Galaxien, Planetarische Nebel, Sternentstehungsbegiete...) braucht noch viel mehr Budget. So um die 3.000 Euro rum als Hausnummer.

Denn diese Objekte sind lichtschwach. Also mu√ü man laaaaaaaaaaaange belichten. 5-10 Minuten am St√ľck. Und dann ne ganze Nacht oder auch mehrere davon f√ľr dieses Motiv reservieren. So 20-50 Einzelbilder m√ľssen dann am Computer mit Darks, Flats und Bias verrechnet werden (dazu gibt es spezielle Software). Das ist nicht die selbe Art "Bildbearbeitung" wie bei Tageslichtaufnahmen (rote Augen entfernen, Dreck entfernen), das ist richtig viel Arbeit. Das dauert Stunden.

Damit die Bilder durch das Teleskop aber √ľberhaupt was werden k√∂nnen, braucht man noch eine 2. sehr empfindliche Kamera, die √ľber ein Leitrohr oder den Sucher sich nen Stern anguckt und sobald dieser Stern auch nur nen Bruchteil von nem mm von der Sollposition abweicht, Korrekturimpulse an die Steuerung der Motoren der Montierung schickt. Keine bezahlbare Montierung kann 8 oder 10 Minuten am St√ľck soooo genau nachf√ľhren. Die m√ľssen alle "geguidet" werden. Ohne dieses Autoguiding werden aus nadelfeinen Sternen Zickzacklinien...
Gruß Rolf
rengel
 
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27.01.2015 21:12 Uhr, Arnold Barmettler