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Astrofotografie - DSLR + Teleskop oder Objektiv?

Fragen und Ihre Erfahrungen zur Astrofotografie sind hier genau richtig.

Moderatoren: aba, heinzi

Astrofotografie - DSLR + Teleskop oder Objektiv?

Beitragvon esge90 » 09.09.2017 08:38

Hallo miteinander,

ich wĂĽrde gerne in die Astrofotografie einsteigen. Aktuell bin ich im Besitz einer Nikon D610 (Vollformat) sowie diverser Objektive, die sich allerdings weniger zur Astrofotografie als zur ultraweitwinkligen Landschaftsfotografie eignen. Bis vor Kurzem hatte ich noch ein Dobson-Teleskop ohne Schick-Schnack wie NachfĂĽhrung und GoTo, das hat allerdings den Umzug nicht ĂĽberstanden :(

Mein Fokus liegt hauptsächlich auf Deep-Sky-Objekten sowie Mond und Planeten. Von sehr lichtschwachen Objekten würde ich die Finger lassen, da ich beim Einlesen bereits gemerkt habe, dass das mein Budget sprengen würde...

Es muss also eine passende Optik inkl. Nachführung (wenn möglich auch GoTo) für meine Kamera her, mit der ich mein Vorhaben verwirklichen kann. Bisher habe ich zwei Ideen generieren können:

1.) DSLR + Teleskop + Montierung + Stativ: klarer Vorteil, den sogar ich als Neuling erkenne, wäre das Teleskop :) da mein Dobson nicht mehr ist, hätte ich so auch eine Alternative für die rein visuelle Beobachtung. Als Beispiel habe ich mir das Celestron EdgeHD-SC 203/2032 AVX GoTo
(Einloggen, um Links zu sehen)
ausgesucht, da es sowohl im Budget liegen wĂĽrde als auch eigentlich ĂĽberall gut bewertet wird.

2.) DSLR + Objektiv + Montierung + Stativ: Ein Vorteil dieser Variante, den versierte Astrofotografen womöglich nicht sehen, ist das Objektiv, das ich auch anderweitig einsetzen könnte. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Abbildungsqualität eines solchen Aufbaus mit der eines Teleskops mithalten kann? Bezüglich der Optik habe ich an Objektive mit den Dimensionen 70-200mm f/2.8 oder 150-600mm f/5-6.3 gedacht, wobei ich aufgrund des Vollformatsensors in meiner Kamera eher zum 150-600mm tendiere. Allerdings wird dann noch eine passende Montierung benötigt. Auf der Suche nach einer Solchen in den bekannten Onlineshops musste ich feststellen, dass das nicht ganz trivial ist und vor allem die Preise utopisch sind, wenn etwas mit Nachführung und GoTo ins Auge gefasst wird. Warum?!

Alles in Allem hoffe ich, hier jemanden zu finden der vielleicht schon beide Varianten mal ausprobiert hat, mir Ratschläge geben kann, Verbesserungsmöglichkeiten zu meinen Ideen, eventuell Beispielbilder parat hat. :?:

Schönes Wochenende euch allen!
esge90
 
Beiträge: 4
Registriert: 16.02.2015 15:42

Re: Astrofotografie - DSLR + Teleskop oder Objektiv?

Beitragvon berndb » 12.09.2017 05:09

Hallo,

Du hast Glück, Dein Einstiegsticket in die Astrofotografie kostet nicht etwa 2000€ sondern 0€. Kamera und Objektive hast Du nämlich schon, also fang mit 2) an. Einstieg in die AP mit 2m Brennweite und einer f/10 OPtik (OK f/6,3 ginge theoretisch), zumal für Deepsky, ist Quatsch. Eine DSLR mit "normalen" Objektiven ist ein richtig guter Start in die Deepsky-Fotografie, sofern es sich um lichtstarke Objektive handelt (sagen wir mal f/4 oder schneller). Du musst nicht nachführen, kannst also Dein normales Fotostativ verwenden, und kannst Dich aber trotzdem schon voll in Themen wie Processing, Belichtung oder Filter einarbeiten, ganz in Ruhe. Diese Abläufe sind nämlich unabhängig von der Brennweite. Deine Grenzen liegen hier auch nicht in der Helligkeit des Ziels, sondern in dessen scheinbarer Größe. Objekt zu klein? Es gibt genug Auswahl. Nimmst Du halt ein anderes. Beipiel Galaxien: Es gibt welche für lange (Whirlpool-Galaxie) oder mittlere Brennweiten (Andromeda-Galaxie). Und dann gibt es eine, die kriegst Du selbst mit 8mm Brennweite am Vollformat maximal zu Hälfte aufs Bild: Unsere eigene (Milchstraße).

Ein Vorteil dieser Variante, den versierte Astrofotografen womöglich nicht sehen, ist das Objektiv, das ich auch anderweitig einsetzen könnte.


Gut gesagt! Ich wĂĽrde allerdings sagen dass ein "versierter Astrofotograf", der den Vorteil kurzbrennweitiger Optiken fĂĽr Astrofotografie (zumindest prinzipiell also nicht unbedingt fĂĽr sich selbst), nicht sieht, entweder kein Astrofotograf ist, oder nicht versiert ist (oder beides). :twisted:

Sobald Du Dich mit den Techniken der Belichtung und Bearbeitung vertraut gemacht und gesehen hast, was mit Filtern erreichbar ist, kannst Du mit mehr Brennweite (bei gleicher Kamera: mehr Vergrößerung) arbeiten. Mehr Vergrößerung heißt dann aber, dass Du nicht nur das Objekt, sondern auch dessen (scheinbare) Bewegung mitvergrößerst. Die Hauptquellen für scheinbare Bewegung sind 1. die scheinb. Bewegung des Ziels am Himmel, 2. Nachführfehler und 3. eine wackelige Montierung. Die Behebung von 1. wird erkauft mit 2.+3. Wie stark 2. und 3. ausfallen ist eine Frage des Preises. Nun gut, für Planeten sind kurze Brennweiten tatsächlich nicht geeignet. Schade dass der Dobson weg ist. Mit diesem hätte sich was machen lassen diesbezüglich, z.B. mit einer Webcam.

Hier gibt es auch was dazu. Ist zwar schon etwas älter, aber die Grundprinzipien gelten immer noch.

Hoffe das hilft erstmal weiter...
berndb
 
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27.01.2015 21:12 Uhr, Arnold Barmettler