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Neues zu VV Cep

Hier bieten wir UnterstĂĽtzung beim Einstieg in die Astrospektroskopie sowie eine Plattform fĂĽr den Erfahrungsaustausch.

Moderatoren: Thomas Blank, mkeiser

Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon Ernst Pollmann » 21.12.2017 11:10

Hallo Michael,
mit „Veränderlichkeit des B-Sterns“ ist primär seine Scheibe gemeint. Dabei könnte es sich wegen der Präzessionsbewegung der Scheibenrotationsachse (Nickschwingung) um eine periodische Abschattung der UV-Strahlung des Zentralsterns handeln. Letztere ist ja jene Anregungsstrahlung, welche in der Scheibe u. a. die Halpha-Emission erzeugt.
Was die Roche-Grenze betrifft so bedenke bitte, dass sich der B-Stern z. Zt. in der orbitalen Phase ca. 0.66-0.67 befindet, also „kurz nach dem Apastron“. In dieser Phase des nahezu größten Abstandes findet kein Massentransfer zwischen den Komponenten statt. Ein Massentransfer vom M-Riesen über sein Roche-Volumen zum B-Stern ist eher z. Zt. des Periastrons zu erwarten.

Beste GrĂĽĂźe,
Ernst
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Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon mkeiser » 23.12.2017 18:16

Hallo Ernst

Danke. Wie ist das denn mit den Phasen und den Abständen. Die Phasen kann ich im Diagramm von K.O.Wright (S.168, 1977)nachvollziehen.
Wie aber weiss ich nun wo sich Apastron und Periastron befinden?

Gruss

Michael
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Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon mkeiser » 11.04.2018 20:24

Hallo Ernst

Ich habe die ersten Spektren von CamCas und VVCep in diesem Jahr gemacht. Sie rauschen noch etwas stark. Vielleicht kannst du sie bereits fĂĽr deine Auswertung gebrauchen.


GrĂĽsse

Michael
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CamCas_calibrated_normiert_20180324_203932_Guenti_mkeiser.fit
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VVCep_calibrated_normiert_20180324_210424_Guenti_mkeiser.fit
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Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon Ernst Pollmann » 12.04.2018 14:52

Hallo Michael,
das äußerst geringe S/N reicht zwar gerade noch für die EW-Bestimmung in gamma Cas, nicht jedoch für eine solide Auswertung der Parameter in VV Cep.

Beste GrĂĽĂźe,
Ernst
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gamcas_EW.png
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Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon mkeiser » 12.04.2018 23:08

Hallo Ernst

Vielen Dank für die Auswertung. Wenn du mir sagen würdest wie man S/N erhält und wie niedrig er sein muss, könnte ich das jeweils vorab schon messen.
Dann würde ich dir nur noch die Spektren senden welche für deine Auswertungen eine genügende Qualität aufweisen.

GĂĽsse

Michael
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Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon Ernst Pollmann » 13.04.2018 14:41

Hallo Michael,
das Thema Signal/Rausch-Verhältnis könnte genau genommen eine buchfüllende Abhandlung sein.
Ich beschränke mich hier jedoch auf das Wesentliche. Sollte es dir jedoch um eine detaillierte Erläuterung gehen, empfehle ich dir die einschlägige Literatur.
Da das Rauschen ein Messsignal statistisch verunsichert, ist dessen Stärke im Verhältnis zum Signal ein Maß für die Qualität einer Spektralaufnahme.
Für die Größe des Rauschens kann man vereinfacht die Standardverteilung "sigma" der Pixelsignale in einem linienfreien Spektralbereich angeben. Bei einem auf eins normierten Kontinuum ist dann das S/N-Verhältnis = 1/sigma
Da die Voraussetzungen des Vorhandenseins eines linienfreien und ungestörten Kontinuumsverlaufs in einem genügend großen spektralen Bereich bei vielen Spektren nicht gegeben ist, lässt sich diese Methode nur eingeschränkt anwenden, weshalb einige weitere alternative Methoden zur Berechnung des S/N entwickelt worden sind, die auch bei linienreichen Spektren zuverlässige Ergebnisse liefern (siehe einschlägige Literatur).
In deinem gamma Cas Spektrum hat das S/N rotseits der Halpha-Emission den Wert von ca. 30. Im Allgemeinen sollte jedoch in etwa ein Wert von 100 angestrebt werden.
Das S/N lässt sich beispielsweise mit VSpec sehr bequem durch anwählen von "Computation preferences" berechnen.

Ernst
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Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon mkeiser » 13.04.2018 20:19

Hallo Ernst

Besten Dank für den Tip für S/N. Ich habe den Button im VSpec gefunden. Im ISIS gibt es sogar 3 verschiedene Möglichkeiten unter dem Button FWHM.

GrĂĽsse

Michael
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Re: Neues zu VV Cep

Beitragvon Christian Netzel » 14.04.2018 13:56

Ernst Pollmann hat geschrieben:Da die Voraussetzungen des Vorhandenseins eines linienfreien und ungestörten Kontinuumsverlaufs in einem genügend großen spektralen Bereich bei vielen Spektren nicht gegeben ist, lässt sich diese Methode nur eingeschränkt anwenden, weshalb einige weitere alternative Methoden zur Berechnung des S/N entwickelt worden sind, die auch bei linienreichen Spektren zuverlässige Ergebnisse liefern (siehe einschlägige Literatur).
Ernst

Hallo Ernst,
kannst Du mit da bitte einige Literaturangaben nennen?
Viele GrĂĽĂźe
Christian
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